Staatsfunk-Index

Der Staatsfunk-Index

Als freiheitsliebender Mensch passt es mir natürlich überhaupt nicht in den Kram, dass wir gesetzlich zu Abgaben für den sogenannten öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖR) gezwungen werden. In diesem Artikel möchte ich zeigen, wie uns die Kosten für die Staatsmedien aus dem Ruder laufen. Allerdings werde ich nicht für eine generelle Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Sender plädieren, sondern möchte ein alternatives Bezahlsystem vorschlagen.

Die Kernaufgabe öffentlich-rechtlicher Medien

Schauen wir uns zunächst einmal an wie die ÖR entstanden ist. 1950 wurde die ARD mit den zugehörigen Landesanstalten gegründet, sodass die deutsche Bevölkerung Zugang zu Informationen über Radio und Fernsehen erhielt. Da der private Rundfunk erst ab 1981 erlaubt wurde, kamen private Fernsehsender erst ab 1984 hinzu. Seitdem entwickelte sich unsere Medienlandschaft zu dem, was wir heute kennen. Da in den 50er Jahren die Fernsehtechnik sehr teuer war, ist es durchaus nachvollziehbar, dass der Staat eine Rundfunkanstalt unterhält, um alle Bürger mit Informationen zu versorgen. Heute ist die Situation aber eine andere, denn die Privatsender wachsen wie Pilze aus dem Boden.

Was kostet uns der ÖR? Für diese Frage habe ich mir eine Kennzahl überlegt, die ich den Staatsfunk-Index nenne. Dazu betrachte ich die Einschaltquoten der beiden großen Nachrichtensendungen „Tagesschau“ (die 20 Uhr-Ausgabe) sowie „ZDF heute“ (die 19 Uhr-Ausgabe). Weitere Sendungen wie Tatort, Traumschiff oder Florian Silbereisen lasse ich außer Acht, da sie nichts mit einer Informationsversorgung der Bevölkerung zu tun haben und daher nicht die Aufgabe der ÖR sind. Die Summe aus Tagesschau- und heute-Zuschauern setze ich ins Verhältnis zu den jährlich erhobenen GEZ-Gebühren. Damit der so berechnete Wert etwas anschaulicher wird, teile ich diesen Wert noch durch die Anzahl der Tage des Jahres. Mein Staatsfunk-Index entspricht also der täglichen Kosten pro Zuschauer der beiden großen Nachrichtensendungen. Die genauen Werte sind in Abbildung 1 dargestellt. Zum Nachrechnen gibt es am Ende des Artikels auch wieder eine Excel-Tabelle zum kostenlosen Download an.

Abbildung 1: Der Staatsfunk-Index als Kosten pro großer Nachrichtensendung und Zuschauer (blau) sowie die Inflationsrate seit 2002 zum Vergleich (organge). (Quelle Tagesschau, Quelle ZDF heute, Quelle GEZ-Erhebungen, Quelle Inflation, alle Stand 10.05.2020)

Die blaue Kurve stellt den zeitlichen Verlauf des Index dar. Zum Vergleich habe ich mit der orangenen Linie die Entwicklung der Inflation seit 2002 dargestellt. Wir erkennen, dass der Index stärker ansteigt als die Inflationsrate. Das bedeutet, dass der ÖR immer mehr Geld für Dinge auszugeben scheint, die überhaupt nicht seine Aufgabe sind. Klar, der Bürger kann sich ja nicht wehren.

Alternative Möglichkeiten für den ÖR

Prinzipiell wären mir die Kosten für einen ÖR egal. Schlimm ist jedoch, dass die Menschen gezwungen werden, die Kosten zu tragen, obwohl sie gar keine öffentlich-rechtlichen Medien schauen bzw. anhören. Viele Bürger fordern daher eine Vollständige Abschaffung der ÖR mit dem Argument, dass Privatsender die entstehende Marktlücke schließen würden. Das ist sicherlich richtig, aber dennoch möchte ich an dieser Stelle einen anderen Vorschlag unterbreiten. Wie wäre es mit einem Pay-TV Modell? So wären die Sender des ÖR in bekannter Forme weiterhin verfügbar und die Kosten würden nur von denjenigen getragen werden, die das Angebot tatsächlich nutzen möchten. Durch den technischen Fortschritt ist so ein Modell problemlos umzusetzen, eine pauschale Abgabe, die in meinen Augen eine Steuer ist, wäre nicht mehr erforderlich. Allerdings würde sich wahrscheinlich ein weiteres Mal herausstellen, dass der Staat der schlechtere Unternehmer ist und sich mit seinen Angeboten im freien Wettbewerb nicht durchsetzen kann.

Voraussichtlich im Juli wird der GEZ-Geschäftsbericht für das Kalenderjahr 2019 erscheinen. Dann wissen wir die genauen Beitragserhebungen aus dem vergangenen Jahr. Wenn es soweit ist, werde ich den entsprechenden Indexwert berechnen und ein kleines Update zu diesem Artikel verfassen.

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