Die frohe Botschaft KW 19/2020

Auch am heutigen Mittwoch möchte ich mal wieder um aktuelle Themen aus der Welt kümmern. Diesmal werde ich auf das anstehende Bitcoin-Halving eingehen und ein wenig über die zukünftige Kursentwicklung spekulieren. Diese werde ich auch in den kommenden Wochen weiterverfolgen. Außerdem gibt es wie immer einen kurzen Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen.

Auswirkungen des Bitcoin-Halvings

Voraussichtlich am 11. Mai wird es zum erneuten Bitcoin-Halving kommen. Das bedeutet, dass die Prämie für geschürfte Bitcoin-Blöcke von 12,5 BTC auf 6,25 BTC halbiert wird. Diesen Vorgang gab es in der Vergangenheit bereits 2013 und 2017, wobei im Anschluss der Bitcoin-Kurs stark gestiegen ist. Ist der Bitcoin also eine todsichere Asset-Klasse? Skeptiker argumentieren, dass der ungefähre Termin des Halvings schon lange bekannt ist und dieses Event daher schon im derzeitigen Kurs „eingepreist“ sei. Ich denke, das ist ein durchaus berechtigtes Argument. Schließlich habe ich selbst auch einen kleinen Teil meines Geldes in Bitcoin investiert und warte gespannt auf den 11. Mai. Ich selbst vertrete jedoch die Meinung, dass Bitcoin in Zukunft steigen wird. Dies mache ich vor allem an folgenden Argumenten fest, die ich nachfolgend erläutern werde:

  • langsamer wachsendes Bitcoin-Wachstum trifft auf stärker wachsende Bitcoin-Nachfrage
  • massive Inflation klassischer Währungen durch Corona-Hilfen und Staatsverschuldungen
  • Bitcoin hat massive volkswirtschaftliche Vorteile gegenüber klassischen Währungen

In der Marktwirtschaft wird der Preis eines Gutes durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wollen wir die zukünftige Veränderung des Bitcoin-Kurses abschätzen, sollten wir also die Veränderung von Angebot und Nachfrage von Bitcoins betrachten. Ein Bitcoin-Halving bedeutet, dass es kostspieliger wird, neue Bitcoins zu schürfen. Folglich wird es länger dauern, bis neue Bitcoins für den Handel zur Verfügung stehen.  Wollen wir diesen Vorgang mit klassischen Währungen vergleichen, so können wir uns eine Zentralbank vorstellen, die ständig neues Geld aus der Druckerpresse in Umlauf bringt, nun jedoch in geringerer Geschwindigkeit. Das in Verkehr bringen von weiteren Bitcoins (klassisch: Geldscheinen) müsste eine Inflation zur Folge haben, wie in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Prognostizierte Anzahl geschürfter Bitcoins (blau) und jährliche Inflationsraten aus Bitcoin-Schürfung (orange). Quelle (Stand: 06.05.2020)

Tatsächlich hat der Bitcoin-Kurs in den letzten Jahren zwar erhebliche Schwankungen erlebt, ist jedoch insgesamt stark gestiegen. In Abbildung 2 habe ich die Kursentwicklung (BTC / EUR) dargestellt. Volkswirtschaftlich betrachtet kann dies nur einer immer größeren Nachfrage an Bitcoins geschuldet sein. Interessant ist nun natürlich, ob diese Nachfrage aufgrund eines größeren Handelsvolumens mit Bitcoin oder durch immer stärkere Spekulationen auf den Bitcoin-Kurs entsteht.

Abbildung 2: Bitcoin-Kurs in Euro (Monatskerzen). Quelle (Stand: 06.05.2020)

Um abzuschätzen wie stark Bitcoins such jenseits der Spekulation in unserem Alltag genutzt werden, können wir beispielsweise einen Blick auf die weltweit aufgestellten Bitcoin-Geldautomaten werfen. Diese dürften kaum genutzt werden, um an den Kursen zu spekulieren, sondern vielmehr, um Bitcoins für übliche Einkäufe in Innenstädten zu nutzen. Die Entwicklung der installierten Bitcoin-Geldautomaten dürfte also ein guter Indikator für das Handelsvolumen von Bitcoin in der Realwirtschaft sein. In Abbildung 3 ist die weltweite Entwicklung dargestellt.

Abbildung 3: Anzahl der weltweit aufgestellten Bitcoin-Geldautomaten. Quelle (Stand 06.05.2020)

Wir erkennen ein exponentielles Ansteigen der Bitcoin-Geldautomaten. Die prozentuale Steigerung von Jahr zu Jahr die in Abbildung 1 dargestellten Inflationsraten um ein Vielfaches. Ich gehe daher davon aus, dass der zunehmende Handel mit Bitcoin in der Realwirtschaft die Bitcoin-Nachfrage gesteigert hat. Da diese Nachfrage für den Handel in der Realwirtschaft offenbar immer schneller steigt und nun durch das Bitcoin-Halving die Inflation wie, in Abbildung 1 dargestellt, schlagartig sinkt, gehe ich davon aus, dass auch in Zukunft der Bitcoin-Kurs steigen wird.

Das zweite Argument für weiter steigende Kurse ist die Inflation klassischer Währungen. Aufgrund der massiven Staatsausgaben aufgrund der Corona-Krise rechne ich insbesondere für den Euro mit deutlich steigenden Preisen. Wenn der Euro an Wert verliert, werden wir folglich in der Zukunft mehr Euros für einen Bitcoin erhalten. Laut Eurostat betrug die jährliche Inflation im Euroraum durchschnittlich 1,7 % pro Jahr. Dies entspricht der prognostizierten Inflation des Bitcoins ab nächster Woche, wie in Abbildung 1 dargestellt. Von da an wird die Inflation des Bitcoins weiter sinken, während die Geldentwertung des Euros weiter steigen dürfte. Auch die drohende Wirtschaftskrise und die Hilferufe nach mehr staatlicher Unterstützung seitens der Industrie werden die Euro-Inflation weitertreiben, was den Bitcoin stärkt.

Als letztes Argument für weiter steigende Bitcoin-Kurse möchte ich zeigen, dass Kryptowährungen die besseren Währungen sind. Die drei volkswirtschaftlichen Aufgaben einer Währung sind Mittel zum Tausch, Wertaufbewahrung und Recheneinheit. Als Mittel zum Tausch sind derzeit noch klassische Währungen besser geeignet, da sie von allen Handelspartnern akzeptiert werden. Betrachten wir aber die zunehmende Verbreitung von Bitcoin, so können wir davon ausgehen, dass in wenigen Jahren eine Vielzahl von Geschäften und Versandhändler die Bezahlung mit Bitcoin akzeptieren werden. Langfristig sehe ich den Bitcoin als besseres Mittel zum Tausch, da digital viel leichter und schneller bezahlen kann und nicht genügend Geldscheine vorhalten muss. Auch bei der Wertaufbewahrung sehe ich Vorteile beim Bitcoin gegenüber klassischen Währungen, da der Handel mit Kryptowährungen in der Blockchain protokolliert wird und ein Diebstahl von Bitcoins nicht möglich ist. Als Recheneinheit sind derzeit die klassischen Währungen im Vorteil, da deren Wechselkurs weniger volatil ist. Insgesamt erfüllt aus meiner Sicht der Bitcoin die Aufgaben einer Währung besser als der Euro. Daher glaube ich auch an eine langfristig positive Entwicklung des Bitcoin-Kurses. Ich möchte aber betonen, dass mir der Erhalt einer klassischen Währung mit Geldscheinen und Münzen wichtig ist, denn Banknoten sind gedruckte Freiheit. Sie erlauben freien Handel und schließen eine Überwachung / Ausspähung durch IT-Systeme aus.

Aktuelle Corona-Situation

Nachdem ich nun etwas ausführlicher meine Meinung zur Bitcoin-Entwicklung kundgetan habe, möchte ich an dieser Stelle noch einmal kurz auf die aktuelle Lage der Corona-Krise schauen. Da ich in den vergangenen Wochen sehr ausführlich auf dieses Thema eingegangen bin, werde ich mich heute diesbezüglich etwas kürzer fassen. Am Vergangenen Mittwoch hatte ich für heute eine Gesamtzahl an Infizierten Personen in Deutschland in Höhe von 161.391 bis 169.588 geschätzt. Tatsächlich wurden bis heute 164.807 Personen vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Offenbar meine neue Schätzstrategie ganz gut. In der letzten Woche wurden 7.166 Personen neu als infiziert gemeldet. Ich gehe wieder davon aus, dass diese Steigerung auch in der kommenden Woche nicht übertroffen wird. Damit hätten wir am kommenden Mittwoch maximal 171.973 Infizierte. Ich befürchte aber, dass sich zumindest noch halb so viele Personen wie in der vergangenen Woche infizieren werden und komme damit auf einen unteren Schätzwert von mindestens 168.390 Fällen, die durch das RKI gemeldet wurden.

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