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Kreativitätstechniken

In diesem Artikel möchte ich zwei Methoden vorstellen, mit denen ich versuche, ein kreativerer Mensch zu werden. Dies gilt insbesondere für das Lösen von Alltagsproblemen. Da ich offenbar von Natur aus alles andere als kreativ bin, habe ich bereits eine Vielzahl von Methoden erprobt. Im Folgenden beschreibe ich die zwei Vorgehensweisen, die bei mir am besten funktionieren. Bei der ersten Technik handelt es sich um eine abgewandelte Form der Reizwortanalyse, die – wie sollte es auf diesem Blog anders sein – durch ein kleines Programm unterstützt wird, dass Du Dir am Ende dieses Artikels kostenfrei herunterladen kannst. Allerdings musst Du dafür in Excel ein VBA-Makro ausführen. Bei der zweiten Methode brauchst Du keinerlei elektronische Hilfsmittel, sondern nur einen Stift und einen kleinen Notizblock, den Du ständig mit Dir führst. Alternativ kannst Du natürlich auch die Notizfunktion Deines Smartphones nutzen, aber das funktioniert nur, wenn Du damit recht schnell schreiben kannst.

Methode 1: 30 Wörter

Bei dieser Methode wird der Nutzer mit Kombinationen unterschiedlicher Begriffe konfrontiert. Ziel ist es, diese Wortkombinationen zu verinnerlichen und zu prüfen, ob sie einen Sinn ergeben. Dazu werden zu Beginn 30 Wörter vom Benutzer festgelegt, die dann vom Computer zu zufälligen Kombinationen aus je vier Wörtern verarbeitet werden. Bei der Zusammenstellung der Wörter scheint es hilfreich zu sein, persönliche Stärken, eigene Interessen, die Namen guter Freunde oder die Titel hilfreicher Bücher auszuwählen. Dazu musst Du Dir natürlich all dieser Dinge bewusst sein. Interessant ist auch, einige zufällige Begriffe, die Du Dir zum Beispiel einem Wörterbuch entnehmen kannst, zu verwenden. Durch die zufällige Kombination dieser Begriffe können in unserem Gehirn völlig neue Denkprozesse und Handlungsansätze provoziert werden. Vielleicht liegt die Lösung Deines Problems ja in einem Buch, dass Du vor langer Zeit gelesen hast. Oder Du musst einen Freund um Hilfe bitten, der eine besondere Stärke hat, die Dir fehlt. Vielleicht musst Du aber auch nur eine Deiner eigenen Talente nutzen, obwohl Dir bis zur Anwendung dieser Methode nicht klar war, dass diese Stärke für das Problem hilfreich ist. Du weißt ja: für jemanden mit einem Hammer in der Hand sieht alles aus wie ein Nagel. Übrigens besteht prinzipiell auch die Möglichkeit, mehr oder weniger als 30 Begriffe zu verwenden. Allerdings solltest Du bedenken, dass bereits bei 30 Wörtern eine extrem große Anzahl möglicher Kombinationen entsteht.

Schauen wir uns einmal den Aufbau des Excel-Programms an. Im ersten Tabellenblatt hast Du die Möglichkeit, eine Liste von Wörtern untereinander einzutragen, wie in Abbildung 1 dargestellt. Um das Beispiel klein zu halten, habe ich hier nur 15 Begriffe eingetragen, die mit meinen Hobbies, Interessen und Fähigkeiten zusammenhängen. Anschließend klicke ich auf den Button und erhalte eine Liste mit zufälligen Wortkombinationen wie in Abbildung 2 dargestellt. Diese kann ich mir nun durchlesen und überprüfen, ob Sie mir bei der Lösung meines Problems helfen. Übrigens: die gelb markierte Zeile in Abbildung 2 war es, die mich dazu gebracht hat, diesen Blog zu starten.

Abbildung 1: Beispielhafte Liste von Wörtern.

Abbildung 2: Die eingegebenen Wörter werden in zufälligen Vierergruppen kombiniert. Die gelbe Zeile bewegte mich dazu, diesen Blog zu starten.

Methode 2: Nachdenken und aufschreiben

Diese Methode kommt etwas plump daher, sie ist aber viel wirkungsvoller, als man vielleicht zunächst annehmen möchte. Der erste Schritt besteht darin, Dein Problem zweimal täglich auf Papier aufzuschreiben. Dadurch wird die Dringlichkeit des Themas stärker in Deinem Denken verankert. Dein Unterbewusstsein fragt sich: „Warum schreibt der jeden Tag zweimal dieses Zeug auf? Das wird wohl wichtig sein!“ Der zweite Schritt besteht darin, das Gehirn mit möglichst vielen Informationen zu versorgen. Das kann zum Beispiel durch Lesen, Besuchen von Vorträgen oder durch Unterhaltung mit intelligenten Menschen passieren. Sämtliche Informationen werden vom Gehirn verarbeitet. Da unser Unterbewusstsein von der Dringlichkeit des Problems weiß, versucht es, aus den gelernten Fakten Lösungen für unser Problem zu kreieren. Diese zeigen sich als Geistesblitze, die uns zu jeder Zeit „treffen“ können und oft interessante Handlungsansätze liefern. Unglücklicherweise liegt es in der Natur des Menschen, diese Ideen schnell wieder zu vergessen. Wir überschätzen an dieser Stelle schlicht unsere Gedächtnisleistung. Ähnlich wie ein Traum, an dem wir uns meist nur unmittelbar nach dem Aufwachen erinnern, verschwinden die Ideen solcher Geistesblitze innerhalb kürzester Zeit aus unserem Kopf. Hier kommt der Notizblock zum Einsatz: da wir nie wissen, wann uns ein solcher Geistesblitz ereilt, ist es wichtig immer etwas zum Schreiben zur Hand zu haben und jede Idee, sei sie am Anfang noch so abwegig, aufzuschreiben. Von den so gewonnen Handlungsansätzen gilt es nun die beste Lösung auszuwählen. Bei einfachen Entscheidungen reicht oft eine einfache Pro-Contra-Liste, die auch schriftlich und nicht im Kopf angefertigt werden sollte. Bei komplexeren Entscheidungen gibt es weitere Hilfsmittel, auf die ich in einem späteren Artikel eingehen werde.