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Der Weg zur finanziellen Freiheit

Möchtest Du ein großes Vermögen aufbauen? Träumst auch Du davon, so hohe Zinsen bzw. Kapitalerträge zu erzielen, dass Du allein damit Deine kompletten Ausgaben decken kannst und nie wieder arbeiten musst? Oder möchtest Du sogar so hohe Renditen bekommen, dass sich Dein Geld stärker vermehrt als Du es ausgibst? Was auch immer Dein finanzielles Ziel ist, im heutigen Artikel geht es darum, wie viel Kapital wir benötigen, um diese Ziele zu erreichen und wie lange wir dafür Sparen müssen. Da ich hier meine persönlichen Einkünfte usw. nicht veröffentlichen möchte, werde ich einige Beispielrechnungen mit fiktiven Zahlen durchführen. Am Ende findest Du wieder eine kostenlose Excel-Datei, mit der Du meine Kalkulation mit Deinen individuellen Gegebenheiten (Einkommen, Alter, …) nachrechnen kannst.

Wie bereits in der Einleitung angedeutet, scheint es mehrere Stufen der finanziellen Freiheit zu geben. Diese möchte ich auch in meiner nachfolgenden Überlegung berücksichtigen. Für mich ist die erste Stufe der finanziellen Freiheit dann erreicht, wenn meine Kapitalerträge meinen Ausgaben entsprechen, sodass ich von den Zinsen, Dividenden und Renditen leben kann. An dieser Stelle stimmen mir sicherlich viele von Euch zu. Allerdings müssen wir dazu natürlich auch erst einmal unsere jährlichen Ausgaben kennen. In einem anderen Artikel habe ich bereits eine Vorlage für ein Haushaltsbuch vorgestellt, mit der Du ganz bequem Deine Kosten im Blick behalten kannst.  Für mein Beispiel gehe ich von 1.200 € pro Monat, also 14.400 € pro Jahr aus. Diesen Betrag müssen wir durch Kapitalerträge erzielen, um die erste Stufe der finanziellen Freiheit zu erlangen. Alle weiteren Stufen habe ich als Vielfache dieses Betrags definiert, wie in Tabelle 1 dargestellt.

Tabelle 1: Die Stufen der finanziellen Freiheit (meine persönliche Definition).

Wir müssen jedoch auch bedenken, dass unser Geld aufgrund der Inflation kontinuierlich an Wert verliert. Damit wir in der Zukunft ein Einkommen haben, dass den Werten aus Tabelle 1 mit Geldwert von heute entspricht, muss das Einkommen so hoch sein, dass es die Inflation ausgleicht. Ich gehe in meinem Beispiel von einer jährlichen Inflation in Höhe von 2% aus. Das hört sich zunächst nicht nach besonders viel an. Wir sollten aber bedenken, dass wir wahrscheinlich mehrere Jahrzehnte benötigen werden, um die Stufen der finanziellen Freiheit hinaufzusteigen. Bei der angenommenen Inflation hat das Geld bereits nach 20 Jahren ein Drittel seines Wertes verloren.

Ein weiterer Aspekt ist, dass wir auf unsere Kapitalerträge Steuern bezahlen müssen. Damit wir wirklich finanziell frei sind, müssen die in Tabelle 1 genannten Erträge unseren Nettoeinnahmen entsprechen (also den Einnahmen nach Steuer). Natürlich kann niemand seriös vorhersagen, wie die Steuergesetzgebung in 20 oder 40 Jahren aussehen wird. Daher werde ich für meine Berechnung die derzeit veranschlagten 25 % annehmen, den Grundfreibetrag in Höhe von 801 € vernachlässige ich.

Wie viel Kapital benötige ich für die finanzielle Freiheit?

Wir haben also verstanden, dass durch Steuern und Inflation der Wert unserer zukünftigen Einnahmen gemindert wird. Wir müssen also mehr Kapital investieren, um diese Wertminderung zu kompensieren. Zudem ist die Höhe des Vermögens, mit dem wir die finanzielle Freiheit erreichen von unserer jährlichen Rendite abhängig: je höher diese ist, desto weniger Kapital benötigen wir, um das gleiche Einkommen zu erzielen. Daher habe ich in meinem Excel-Programm die Möglichkeit, verschiedene Renditen „durchzuspielen“. In Tabelle 2 siehst du einen entsprechenden Ausschnitt, in dem ich einige Zeilen und Spalten ausgeblendet habe, um die Darstellung kompakt zu halten. Falls Du Dich fragst, wie so hohe Renditen in Zeiten der Nullzinspolitik überhaupt möglich sind, möchte ich auf diesen Artikel verweisen, in dem ich anhand von Renditedreiecken, die Möglichkeiten an der Börse gezeigt habe.

Tabelle 2: Entwicklung des Realvermögens in Abhängigkeit von der Laufzeit und Kapitalrendite.

Neben den bereits erwähnten Annahmen bin ich von einem Startkapital in Höhe von 1.000 € und einem Alter des Benutzers von 25 Jahren ausgegangen. Außerdem gehe ich davon aus, dass wir zu Beginn jeden Monat zusätzliche 500 € investieren und diesen Betrag jedes Jahr um 3 % (nominal, also inkl. Inflation) steigern. Das ist sicherlich ein sehr hoch gestecktes Ziel, aber wäre es leicht, hätten weniger Menschen auf der Welt Finanzprobleme. In der Tabelle 2 sehen wir nun die Entwicklung unseres realen (also inflationsbereinigten Vermögens) in Abhängigkeit von der jährlichen Rendite sowie der Laufzeit. Die Steigerung, die sich von einer Zeile zur nächsten ergibt, setzt sich also dem jährlich gesparten Geldbetrag sowie den versteuerten Kapitalerträgen meines Vorjahresvermögens zusammen. Die Farben der Zahlen geben einen Hinweis auf den Zeitpunkt, zu dem eine Stufe der finanziellen Freiheit erreicht wurde. Die Farben entsprechen dabei der Staffelung aus Tabelle 1. In unserem Beispiel könnten wir mit einer jährlichen Rendite von 8 % p.a. nach 30 Jahren, also im Alter von 55 Jahren die zweite Stufe der finanziellen Freiheit erlangen, hätten also nach Steuern doppelt so hohe Kapitaleinkünfte wie Ausgaben.

Betrachten wir nun einmal den Zeitraum, den wir brauchen, um die erste Stufe der finanziellen Freiheit zu erlangen. Natürlich wir dieser mit zunehmender Rendite immer kleiner. Interessant ist jedoch, dass sich bei hohen Renditen der Zeitraum bis zur finanziellen Freiheit nur noch geringfügig verkürzt. Dazu habe ich in Tabelle 3 den Zeitraum bis zur finanziellen Freiheit in Abhängigkeit von der jährlichen Rendite eingetragen.

Tabelle 3: Notwendige Laufzeit bis zur finanziellen Freiheit in Abhängigkeit von der Rendite.

Wir müssen also festhalten, dass es für die meisten von uns ein langer und steiniger Weg zur finanziellen Freiheit ist. Aus meiner Sicht lohnt es sich jedoch diesen zu gehen. Mir gefällt der Gedanke, das ein oder andere Mal auf Urlaub zu verzichten, um dafür eher in Rente gehen zu können. Falls Ihr das auch so seht, sollten wir uns auf diesem anstrengenden Weg gegenseitig helfen. Dazu werde ich auch in Zukunft weitere Tool, Ideen und Vorschläge zu finanziellen Themen vorstellen.